00:47 – Erol Jasharoski
Herzlich willkommen zum Podcast „Die zweite Halbzeit“. Hier beschäftigen wir uns mit den Fragen, die in der zweiten Lebenshälfte wirklich relevant werden, und schauen dabei immer aus zwei Perspektiven auf ein bestimmtes Thema. In der heutigen Folge geht es um Pflege. Wir wollen vier Fragen klären. Was ändert eigentlich die aktuelle Pflegereform wirklich? Wie wird heute in Deutschland eigentlich gepflegt und wie machen es andere Länder? Wie möchten wir selbst einmal gepflegt werden und wie sieht Pflege in 10 oder 20 Jahren aus mit KI, Robotik und neuen Technologien? Pflege ist eines dieser Themen, das man wahnsinnig gerne auf später verschiebt. Mit 45 denkt man, das betrifft meine Eltern, mit 60 denkt man vielleicht langsam über sich selbst nach und irgendwann stellt man fest, die Entscheidungen darüber, wie man später gepflegt wird, sind teilweise Jahrzehnte vorher gefallen. Also Gün, wenn ich dich heute fragen würde, Wie willst du einmal gepflegt werden, hast du darauf eigentlich schon eine konkrete Antwort?
01:48 – Özgün Imren
Tatsächlich, ganz ehrlich, Erol: nein. Ich merke, dass ich mich mit dem Thema in der Vergangenheit viel, viel, viel zu wenig beschäftigt habe.
01:57 – Erol Jasharoski
Und genau das ist eigentlich das Verrückte daran. Wir planen Rente, planen Immobilien, Reisen, vielleicht auch unser Erbe, aber kaum jemand plant seine eigene Pflege, obwohl das Ganze eigentlich wirklich sehr wichtig ist. Worüber wurde da die letzten Tage eigentlich so gesprochen und was ist jetzt genau in dieser neuen Pflegereform eigentlich enthalten?
02:18 – Özgün Imren
Es ist auch ein Thema, was viele meiner Meinung nach auch vor sich hinschieben, es dafür natürlich sehr unpopuläre Entscheidungen braucht. Man muss entweder irgendwo kürzen oder man muss irgendwo erhöhen. Erhöhen meistens nicht bei den Leistungen, sondern bei den Zahlenden, also bei den Beitragszahlern erhöhen und kürzen bei denen, die erhalten. Und das macht man als Politiker sehr ungern, weil es wie gesagt sehr unpopulär ist und tatsächlich einfach auch viele, viele, viele betrifft. Es ist eine Sache, die auch sehr lange von vielen sehr weit hingeschoben wurde. Aber am Ende des Tages ist es eine Sache, wenn man die weiter aufschiebt, dann weiß man ganz genau, dass die Rechnung geht hinten und vorne nicht auf. Wir haben sehr, sehr viele, viel, viel mehr Pflegebedürftige, als noch vor 10, 20 Jahren. Dem stehen gegenüber sehr, sehr hohe Kosten für diese Pflegebedürftige. Eine Kasse, die mittlerweile, ich glaube so kann man es bezeichnen, chronisch pleite ist. Einer hat gesagt, wenn wir nichts machen, dann haben wir eigentlich jetzt schon, also sprich in diesem Monat Oktober, kein Geld mehr. Also wir können nichts mehr finanzieren, was in der Kasse Pflegekasse drin ist. Ohne Zuschüsse. Und ja, deswegen ist wieder eine Reform und die Reform ist meiner Meinung nach Also gefühlt, wenn ich mir das genau angucke und in der Vorbereitung für diese Folge haben wir uns ja ein Stück weit damit auch jetzt beschäftigt. Keine Sache, jetzt, wo man sagen kann, da wurde jetzt wirklich super tief reingegangen und es wurde umgekrempelt und Die Zukunft wurde vorbereitet und so wird die Pflegewelt in Zukunft besser sein. Kleine Sachen wurden gemacht, vieles wurde aufgeschoben. Was wurde gemacht? Man hat gesagt, die Kinderlosen müssen mehr bezahlen. Man hat gesagt, die Gutverdiener müssen einen Takt mehr bezahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze wurde erhöht. Da kommt man, ich hab's mal ausgerechnet, mit 300 Euro höher ist die Beitragsbemessungsgrenze in der Pflegeversicherung. Da kommt man roundabout auf 10 Euro pro Gutverdiener, mehr Beitragseinnahme pro Monat. Das sind alles Sachen, okay, das geht in die richtige Richtung, aber das ist definitiv nicht alles. Kann nicht alles sein bei dem großen Minus, bei den Klammenkassen, die wir in der Pflegeversicherung haben.
04:44 – Erol Jasharoski
Das ist tatsächlich so ein Punkt, ich auch, wenn ich mir so die ganzen Schlagzeilen mal anschaue, da würde man eigentlich ja meinen, am Ende des Tages geht es eigentlich nur darum, mehr Geld, wir brauchen nur mehr Geld für die Pflege, dann ist alles eigentlich gelöst. Wenn man aber anfängt, sich mal ein bisschen mit dem Thema zu beschäftigen, du hast ja gesagt, wir haben uns ja auch für die Folge ein bisschen darauf vorbereitet, dann merkt man eigentlich sehr schnell, Geld alleine ist ja gar nicht, das ist nicht nur das Problem an Geld. Wir haben mehr Pflegebedürftige, wenn man so ein paar Zahlen vergleicht, können wir auch nochmal raussuchen. Wir haben aber gleichzeitig weniger verfügbare Arbeitskräfte und auch in den nächsten Jahrzehnten oder Jahren und Jahrzehnten werden es definitiv ja auch noch viel, viel weniger und gleichzeitig an allen Ecken und Enden steigende Kosten. Also da sind wir natürlich schon wieder auch im Geldproblem da drin. Du hast es ja jetzt eigentlich schon so ein bisschen auch angesprochen. Also die große Frage wird über Pflegereform gesprochen, wir reformieren die Pflege. Reformieren wir aktuell ja gar nicht. Es geht eigentlich eher, dass wir so ein bisschen reformieren, die Finanzierungen für eigentlich salopp gesagt 2027 und vielleicht auch 2028 irgendwie halten zu können.
05:44 – Özgün Imren
Genau. Richtig. ist eigentlich eher tatsächlich so was wie... versuchen eine Finanzspritze zu bekommen, nicht sofort... nicht sofort insolvenz anmelden zu müssen. Irgendwo man... in der Finanzsprache, in der Wirtschaftssprache, man sucht gerade nach einem Investor, der eine Kapitalspritze geben kann, nach einer Bank, die ein Darlehen geben kann, die Rechnungen, jetzt in den nächsten Wochen, Monaten... ein, zwei Jahren reinflattern einfach auch bezahlen zu können. Aber man hat nicht wirklich einen Plan, Haushaltsplan, was man machen müsste, damit man in Zukunft nicht zu einem Darlehensgeber, zu einem Investor, zu einem Geldgeber gehen muss, das Ganze idealerweise von sich selber austragen lassen könnte. Dieser Plan, existiert, tatsächlich, nach dem, was ich mir jetzt angeguckt habe, nicht. Das macht mir tatsächlich Sorgen.
06:41 – Erol Jasharoski
Sorgen auf jeden Fall. Ich fand es auch sehr interessant, weil man muss auch ehrlich zugeben, habe die letzten Wochen vor dieser Entscheidung einfach nur sehr viele Schlagzeilen, so wie wahrscheinlich jeder, nur gelesen, kurz Überschriften, mal vielleicht gerade mal den ersten zweiten Absatz und man hört halt immer Reform, Reform, Reform und denkt dann natürlich, das ist auch eine Reform. Das, was ich dann gestern eben gesehen habe, also wir können natürlich über ein paar Punkte, hast du ja auch schon jetzt gesagt, eben kinderlose Zuschlag soll da ein bisschen steigen und da gibt es noch ein paar weitere. Ein paar interessante auch, die finde ich gar nicht mal so schlecht. Aber ich glaube das, was am allerinteressanten ist, ist, dass diese wirkliche Reform, die wurde einfach nur verschoben. Da wurde jetzt gesagt, wir setzen da eine Kommission dran an, die macht jetzt von Oktober bis Ende Januar oder irgendwie so was, machen die so
07:22 – Özgün Imren
Genau, genau,
07:28 – Erol Jasharoski
Den eigentlichen Plan. Ja und dann krempeln wir ordentlich an. Auch sehr interessant.
07:32 – Özgün Imren
Da machen wir uns erstmal Gedanken. Da gibt es ja dann eine Kommission, eine Gruppe, eine Projektgruppe, die sich dann wieder damit beschäftigt und die dann Vorschläge liefern soll, wie das wirklich von der Pike auf neu gestaltet werden kann. wie so eine Art, für mich wirkt das alles so bisschen aufschieben, weiteres Aufschieben, ein bisschen, ich möchte nicht sagen Salamitaktik, aber so in Trippelschritten, also kleinen Schritten nach vorne. bloß nicht irgendwie negativ aufzufallen und bloß nicht irgendjemanden zu verärgern, weil man möchte ja auch wieder gewählt werden. Und wir sind ja aktuell auch, es ist jetzt kein Politikpodcast im klassischen Sinne, soll es auch nicht sein, es ist aber auch so, wir haben auch politisch das eine oder andere Thema aktuell. Und man spricht ja auch von einem Abwandern in gewisse Ränder, ja. Links, rechts, oben, unten, was auch immer. Und wenn man natürlich ungemütliche Entscheidungen trifft, gerade in der jetzigen Zeit, kann man vielleicht den einen oder anderen, der sich irgendwo in der Mitte aufgehalten hat, in irgendwelche Ränder dann schieben. Das möchte man auch vermeiden. Also, ja, es ist nicht so wirklich... Ich glaube, man traut sich einfach nicht, Entscheidungen zu treffen, die uns in 10, 20 Jahren zugutekommen. Weil es so oder so ungemütliche Entscheidungen sein. müssen und aber auch werden. Vielleicht ist es jetzt auch so bisschen Verzögerungstaktik zu sagen, ok, bis hier 0,3 da, 0,6 da, paar Prozentpunkte da, bisschen weniger hier und dann in zwei, drei Jahren schauen wir wieder. das Problem ist, die Kosten holen uns so schnell ein in dem ganzen System und die Babyboomer sind noch nicht in Pflege. Also wenn man sich die Zahlen genau anguckt, wir haben ungefähr, wenn ich es nicht falsch in Erinnerung habe, ungefähr 8 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland plus minus. Und da sind die Babyboomer noch nicht drinnen. Die kommen erst noch. Kann man ja auch mal googeln. Babyboomer. Was passiert, wenn die Babyboomer pflegebedürftig werden gehen? Was da hochschießt, da treibt es mir so ein Stück weit so ein bisschen die, ja, nicht nach draußen, sondern mein Cortisol, mein Stresshormon nach innen. Und ich persönlich, du hast mich ja anfänglich gefragt, wie, ob ich einen Plan habe, wie ich gepflegt werden will. Nein, habe ich nicht. Aber seitdem wir uns mit dem Thema beschäftigen, habe ich es tatsächlich auf meiner To-Do-Liste. Nicht nur für mich, sondern tatsächlich auch für meine Eltern. Also meine Eltern sind jetzt Anfang 70 und sind Gott sei Dank noch keine Pflegefälle. Aber statistisch gesehen werden sie wahrscheinlich in den nächsten 5 bis 15 Jahren wahrscheinlich ein Pflegefall werden. Und da haben wir als Familie keinen Plan. Also weiß ich darüber auch keiner Gedanken gemacht hat. Und da werde ich mir aber jetzt einen Plan machen. Ich werde das Zepter da in die Hand nehmen und mir da ganz genau darüber Gedanken machen. Weil am Ende des Tages will ich natürlich. So ist meine Wunschvorstellung. dass wenn der Pflegefall für meine Eltern eintritt, jetzt bleibe mal bewusst, meine Eltern nicht bei mir, will ich die gut versorgt wissen. Und wenn man guckt, die meisten Menschen in Deutschland, werden zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Von diesen 8 Millionen werden sehr wenige, ich glaube das sind ungefähr 10 % die im Heim gepflegt werden, der Rest sind, werden zu Hause von ihren Angehörigen und auch teilweise ambulante Pflegedienste gepflegt. Wie genau wird das dann ausschauen? Was steht wehen an Leistungen zu? Wie kann ich das überhaupt selber bewerkstelligen? Muss ich? Wie wird das finanziert? Wer zahlt das? Zahlen das meine Eltern mit ihrer Rente? Die Rente von denen, ich komme aus einer Arbeiterfamilie, die Renten sind jetzt nicht hoch. Reicht das überhaupt aus? Und wenn es nicht ausreicht, muss ich dann dafür gerade stehen? Wie wege ich mich ja auch als Mittvierzigjähriger? Ich eine eigene Familie. Ich muss an verschiedene Sachen denken. Ich muss an meine Altersvorsorge denken. Ich muss an die Vorsorge für mein Kind denken. An die zukünftige Schulbildung für mein Kind denken. Und, und, und. Das sind so viele Themen, Baustellen, an die man aktuell in einem Alter zwischen, in dem ich mich befinde, manche fangen damit schon früh an, manche später, aber ich bitte jetzt mal beteiligt, mitten im Leben. kommt das Thema, wer finanziert die Pflege meiner Eltern? Und das war tatsächlich so. meine, so sind wir ja auch auf die Idee gekommen, darüber einfach auch mal zu sprechen, wie ich an einem Sonntag im Auto von meinen Eltern nach Hause gefahren bin und dort mir Gedanken gemacht habe über die Begegnung, ich an dem Tag hatte und einfach mal so in den Raum reingeguckt habe, meine Eltern angeguckt habe und mir gedacht habe, okay, noch sind sie gesund, da bin ich sehr, dankbar für. Aber wie viele Sonntage, wo wir uns treffen, haben wir in dieser Form noch, in dieser gesunden Form Hoffentlich noch ganz, ganz viele, aber vielleicht auch nicht mehr so viele. Vielleicht tritt der Pflegefall ein und was dann? Und ich glaube, wenn man da unvorbereitet reingeht, dann erlebt man böse Überraschungen. Deswegen macht es Sinn, darüber Gedanken zu machen.
13:00 – Erol Jasharoski
Ja, ich habe Im Endeffekt eine relativ ähnliche, in Anführungszeichen, Übung gemacht. habe mich auch mal mit den Themen beschäftigt und wir haben ja gesagt, mit diesem Podcast zweite Halbzeit wollen wir natürlich alle möglichen Themen angehen, die so in der zweiten Halbzeit des Lebens eigentlich stattfinden. Und ich würde mal sagen, so die zweite Halbzeit, fängt eigentlich, wenn ich es jetzt auf ein Jahr, ist natürlich immer schwer, darauf zu reduzieren. Aber ich würde mal sagen, so mit 30 fängt eigentlich so die vielleicht die zweite Halbzeit an. Ich habe gedacht, gut jetzt Pflegereform hin und her, also auch auf die Pflegereform bezogen. Da werden ja Buzzwords durch die Gegend geschmissen mit kinderlose Zahlen hier mehr und das und Pflege-Cockpit und was weiß ich was. Aber so richtig greifbar ist das eigentlich für die meisten Leute nicht. Und habe ich mal die Übung gemacht und gesagt, wie sieht es denn eigentlich aus? Was passiert also beziehungsweise what's in for me? So wie nach dem Motto, wenn ich 30 bin, was sollte ich dann eigentlich davon so mitnehmen? Was sollte ich mitnehmen, wenn ich 40, 50 und 60 bin? Wenn ich so 30 Jahre alt bin, was ich erstand heute so mit 39 gerade noch so bin. Zumindest noch einen Monat.
14:03 – Özgün Imren
Bald 40.
14:05 – Erol Jasharoski
Dann könnte ich mir ja so die Pflegereform heute mal anschauen und der Gedanke darauf ist, ich werde auf jeden Fall noch ein paar Jahrzehnte Beiträge zahlen. Das ist so, da kann ich einen Haken dran machen. Für Kinderlose eben mit den Änderungen soll letztendlich ein paar Prozentpunkte mehr bezahlt werden. Aber ich glaube, was sich viele Dreißigjährige natürlich auch irgendwo in der, da bin ich auch mittendrin, sich hier stellen ist, ja gut, aber wie sieht denn dieses System aus, wenn ich 70 oder 80 bin? Also ich zahle jetzt hier brav ein, ich muss auch die nächsten Jahrzehnte da quasi reinzahlen, aber die Politik, diskutiert gerade darum, ja, wie wir so für die 2030er Jahre das reformieren können. Also das ist so die Aufgabe von auch der Kommission, die ja jetzt einberufen wurde. eine Planung zu machen, wie sieht Pflege in den 2030er Jahren aus? das ist bei mir persönlich ist es so wirklich eine absolute Unsicherheit. Also für was zahle ich denn da heute? Also ich zahle heute, verstehe ich ja, ich zahle es ja nicht für mich. Ich zahle es ja für jemanden, heute schon in der Pflege drin ist. Aber es ist ein absolut negativer Gedankengang. Und ich glaube, da finden sich ganz, ganz viele da drin, eigentlich die Frage, sich zu stellen. Wow, also wir sehen ein System vor uns, was aktuell schon bröckelt und hat. Wir zahlen jetzt definitiv die nächsten Jahrzehnte weiter ein. Einen signifikanten Anteil von dem Gehalt, was wir quasi auch bekommen, mit aber dem Fragezeichen, werden wir jemals, in welcher Art und Weise auch immer, davon profitieren? Das ist schon ein sehr interessanter Gedankengang, man
15:48 – Özgün Imren
Jetzt ist es ja schon so, dass ganz, ganz, ganz, ganz viele einfach mit den Zuzahlungen, die sie leisten müssen, hinten und vorne nicht weiterkommen, klarkommen, die Rente überhaupt nicht ausreicht, die Zuschüsse überhaupt nicht ausreichen und die dann irgendwann zum Start gehen und sagen, ich brauche bitte... eine Art Grundsicherung, Zuzahlung vom Staat. Also die Abhängigkeit vom Staat ist ja jetzt schon bei vielen da und die haben auch zum Großteil auch in die Pflegeversicherung eingezahlt und trotzdem ist eine Abhängigkeit vom Staat da. Und wir sagen, die großen Herausforderungen, was Einnahmen und Ausgaben angeht, vor denen stehen wir erst noch. Und das ist ja so ein Stück weit die Sorge. Was passiert in... 15, 20, 30 Jahren. Wir haben jetzt schon ein Problem. Jetzt, wenn ich kurz zu meinen Eltern gehe, bei denen ist es ein kurzfristiges Thema, auch bei denen mache ich mir über die Finanzierung Sorgen. Bei uns, ich bin mir sehr, sicher, wenn du nicht komplett selber vorgesorgt hast, wenn du das Thema nicht selber gehändelt hast durch eigene, private Vorsorge, dass du so oder so vom Staat abhängig sein wirst. Thema Grundsicherung. Es gibt auch Kunden von mir, mit denen ich spreche, Immobilieneigentümer, die sagen, Herr Imren, wissen Sie was? Ich habe jetzt hier meine Eigentumswohnung. Ich werde die jetzt verkaufen, ich werde die jetzt verrenten. werde das Geld, was ich bekomme, werde ich mir noch ein wunderschönes Leben machen. Ich werde selber alles dafür tun, damit ich kein Pflegefall werde, indem ich mir ein tolles Leben noch mache. Also auch eine interessante Strategie. Weil ich weiß, dass das Geld für die Pflege sowieso nicht lange reichen wird. Und ich werde dann sowieso Grundsicherung beantragen müssen. Dann gebe ich doch lieber das Geld, was ich jetzt habe, liquidiere ich, gebe ich aus. Weil ich weiß, ich werde sowieso vom Staat abhängig sein. Das ist eine Strategie, die wirklich viele fahren. die ich persönlich für mich aber, die für mich nicht passt, die sich für mich auch überhaupt nicht gut anfühlt, weil ich vergeb mich halt komplett in die Hände des Staates, wo ich hoffen muss, dass er es gut mit mir dass er mich dann vernünftig, menschenwürdig pflegen lässt. Ich kriege das Mindeste, kriege ich mit dem Mindesten, was ich dann quasi bekomme, auch das Mindeste an Pflegestandard. Was für ein Zimmer bekomme ich, in welchem Pflegeheim bin ich, welche Pfleger kümmern sich mich. Da will ich schon, dass das nicht, dass ich nicht in irgendeine Ecke geschoben werde und quasi so vom Studenten im ersten Semester als Versuchskaninchen herhalten muss, weil einfach nicht mehr Geld da ist für mehr. sondern ich würde gerne eine vernünftige Versorgung haben, die mich auch weiterhin würdevoll altern lässt. Das macht mir persönlich bei der Strategie, dass ich sage, ich vertraue mich komplett dem Staat an, macht mir persönlich Sorge. Das steht auch bei meinen Eltern auf der Matte, steht weil es zum gegenwärtigen Zeitpunkt so Die hätten nicht die Riesenrente, das alles zu 100 % bei einer stationären Pflege zu leisten. Also entweder, wenn es so ist, müsste ich quasi helfen, was ich wahrscheinlich... auch machen würde, auch wenn ich nicht müsste, weil ich einfach will, dass meine Eltern vernünftig versorgt werden. Aber natürlich kann ich das auch nur in dem Rahmen machen, was ich finanziell stemmen kann. Unter all dem Struggle, was ich ja so schon auch habe, mein Lebensunterhalt, meine Familie, mein Kind, meine Altersvorsorge, steigende Kosten und und und. Wie viel soll ich dann noch dafür für quasi die Versorgung meiner Eltern zur Seite legen können? So und das ist also wirklich wirklich auch wenn es beim Aussprechen schon läuft es so bisschen kalt den Rücken runter, weil ich mir Spaß mit dem Stress im Kopf. ich kann einfach nicht diese Strategie fahren, dass ich sage, Mama, Papa. Ja, der Staat kümmert sich schon, aber ich geh doch einfach jetzt dahin, Bernd. Da gibt's so Formulare, die müsst ihr ausfüllen und dann wird das schon gut. Es wird vielleicht auch gut. Ich kenn sogar welche, die Grundsicherung bekommen und in gleichen Pflegeheim sind, als die, die quasi selber bezahlen und die 3.300 Euro aus eigener Tasche bezahlen fürs Pflegeheim. Ja, aber wie lange noch? Wir reden doch Tag ein, Tag aus, in jeder Zeitung, in jeder Zeitung. Stand. Herbst 2026 hören wir Tag und Nacht, wie pleite der Staat ist, wie viel kosten und als die Kosten uns aus dem Ruder laufen, wie das zu viel ist, wie das zu viel ist und Unterstützung da und Unterstützung da. Wie lange soll das noch gut gehen? Also ich glaube irgendwann muss der Tag kommen, dass man sagt, hey Kategorie A, Kategorie B, Kategorie C, die quasi 100 % in der Tasche liegen, die gehen dann in ein Pflegeheim, keine Ahnung wo, wo es einfach der Standort nicht so teuer ist, wo vielleicht Pflegekräfte auch nicht so teuer sind, wo der Arzt nicht so viel Gehalt bekommt und die Pflegekraft auch und die, halt einfach, sorry für ihn auch, so Kohle haben. Die dürfen sich dann den Ort mit den Ärzten aussuchen. Genauso wie es ja Stück weit in der privaten Krankenversicherung schon ist. Wo man sagt, ich kann mir aussuchen, ob ich ein Bettzimmer hab, zwei, mehr. Oder ob ich die Standardarztversorgung mir aussuche. Oder ob ich Chefarztbehandlung mir hole. Ich glaube, das geht in die Richtung. Weil woher, nebenwenn nicht stehlen. Also... Geld wird nicht da sein. Weil, wie du ja auch schon gesagt hast, du zahlst immer mehr. Und ich kann dir jetzt schon sagen, es wird in Zukunft noch viel mehr werden müssen, einigermaßen die Balance halten zu können. Aber du brauchst ja heute auch Geld zum Leben. Von deinem Brutto muss ja noch was übrig bleiben. Du zahlst ja auch noch Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und dann die Pflegeversicherung. Dann kommt dir aber auch noch Rentenversicherung dazu. Ist ja auch noch ein Thema. Dann kommt auch die Krankenversicherung. Ist ja auch noch ein Thema. Arbeitslosenversicherung und und und. Und wenn du dann irgendwann nur noch 30 Prozent von deinem Bruttogehalt hast, dann wirst du... Ja, du musst halt gucken, dass du dein Fitnessstudio du dir Abo kündigst.
22:00 – Erol Jasharoski
Im Endeffekt finde ich es wahnsinnig interessant, weil wir uns jetzt nicht konkret abgestimmt haben. Ich habe ja gesagt, diese Eigenrecherche, wo ich jetzt eben noch kurz über die Jahrgänge 30 gesprochen habe, wenn du dann in die 40er-Jahrgänge reinkommst, da passiert dann nicht genau das, was du jetzt gesagt hast, wo wir eigentlich auch mitten drin sind. Du bist natürlich immer noch mit dem Gedanken, hey, ich zahle da einen in System, was habe ich davon? Eigentlich bist du immer noch nicht, also es ist noch nicht das große Zittern für einen selbst, sondern eben es kommt diese Elternperspektive. Mit 40 fängt man dann natürlich meistens an sich auch zu überlegen, was ist mit meinen Eltern? Auch die bewegen sich ja dann peu à peu genau in diesem Alter, wo eigentlich Pflege in Anführungszeichen relevant ist. Gleichzeitig ist das aber auch genau, sage ich mal, das Jahrzehnt, wo die typische Situation eigentlich ist. Ich habe einen Job, ich habe ein Kind. Ich habe vielleicht plus minus einen Immobilienkredit oder sonstiges, aber ich muss auf jeden Fall Miete zahlen, weil ich habe eine Familie und on top natürlich dann eben Eltern und Co. Das heißt also eigentlich so Sandwich Generation so mittendrin, aber wirklich der größte Druck eigentlich da, wo all diese Fragen eigentlich aufpoppen, du aber eigentlich auch vor allem von deinen Ressourcen, damit meine ich jetzt gar nicht Zeit oder Energie von einem persönlich, sondern Ressourcen jetzt wirklich finanzieller Natur. am absoluten Limit bist. Kosten für Kind, Kosten für sich selber, Kosten für Miete, Inflation etc. Und gleichzeitig ist dann eben auch dieser Gedanke, was mache ich eigentlich mit meinen Eltern? Ich glaube, das ist wirklich so die schwierigste Jahrzehnt in dieser Perspektive und es deckt sich genau mit dem, was du jetzt eigentlich auch gesagt hast und ich fühle mich da auch voll. Related, wie man jetzt so im Neudeutschen eigentlich sagt. Also ich kann es wirklich nachvollziehen, dass das genau mit diesen 40er Jahrgängen genau das ganze Problem ist. Also so 30er und 40er extrem wichtig auch für die Finanzierung dieses ganzen System in der Zukunft sind, aber komplett belastet einfach nur mit allen möglichen Dingen. Wohin gehen halt dann eben, jetzt springe ich weiter zu den 50ern, also mit 50. bis 60, eigentlich so aus einer strategischen Perspektive, das ist eigentlich das Jahrzehnt, was man eigentlich wirklich extrem nutzen sollte, für sich selber wirklich das Thema Pflege auch irgendwie in den Griff zu bekommen. Sei es darum, die Wohnsituation zu analysieren, die Vermögenssituation, vielleicht auch schon peu peu mit dem Thema Barrierefreiheit, soziales Umfeld, Wohnort etc. etc. sich da eigentlich damit beschäftigt, damit man dann eben mit den 60ern, da kommen wir jetzt eigentlich auch dann eben auch so ein bisschen in den Reformgedanken rein. Einer von den Anführungszeichen Reformpunkten ist ja auch dieser Checkup mit 60. Also ein zusätzlicher Checkup, der quasi dazu genutzt
24:57 – Özgün Imren
Prävention.
24:58 – Erol Jasharoski
Werden soll, ein bisschen festzustellen, wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Pflegefall wird. Und gleichzeitig sind ja da noch ein paar andere Punkte da drin, ja was ja auch in dieser Pflegereform drinsteckt ist, dass das ganze Thema Reha, Prävention und so weiter eine größere Rolle spielen soll. Tatsächlich würde ich das tatsächlich irgendwo da so in dem 60er Jahrgang 50, 60, naeigentlich eher 60 da auch wirklich drin sehen. wo man sich wirklich auf jeden Fall spätestens, und da ist es eigentlich schon meiner persönlichen Meinung auch bisschen zu spät, wenn man sich das Thema Pflege mit 60 kümmert. Aber da ist es definitiv ein großer Punkt, wo, sage ich mal, auch der staatliche Apparat jetzt so ein bisschen auch in die Richtung reingeht, zu gucken, bevor uns das komplett aus dem Ufer läuft, müssen wir eigentlich gucken, dass wir die Leute mit 60 eigentlich schon einordnen können, in welche Richtung geht es, und dann präventiv natürlich auch Anfalls bleiben wir in der Fußballsprache reingrätschen, damit es gar nicht erst zum Pflegefall kommt, so nach dem Motto. Das ist ja das, man so bisschen in der Reformstand heute sieht.
26:06 – Özgün Imren
Genau, sollst halt in einen Reha gehen, dort erholen, damit du halt einfach nicht zu früh ein Pflegefall wirst und dann im Bereich der Pflege einfach lange auf der Tasche sitzt. Weil so ein Reha ist natürlich auch nicht umsonst. Aber wahrscheinlich ist die günstiger, wenn du früher einfach im Pflegefall wirst. Jetzt hast du einen ganz interessanten Satz gesagt. Du hast gesagt, mit 50, 60 solltest du dich dich selber kümmern. Dann aber auch eine Reha machen, damit du dann nicht mit 70 zum Pflegefall wirst. Wieder eine Story ganz vor kurzem. Ich war bei der Kundschaft, Mitte 60. Wollen ihre Immobile verkaufen. Liquidität aus dem Immobilienverkauf gewinnen und haben mir dann tatsächlich super offen erzählt wie fix und fertig sie sind, Mitte 60, wohlgemerkt, Anfang 60 eher Mitte 60, dann habe ich gefragt, woran liegt es? Die haben ihre 88-jährige Mutter zur häuslichen Pflege bei sich die meiste Zeit. Die war gerade in dem Moment nicht da, weil sie beim Bruder waren, der in Slowenien eine Ferienimmobilie hat. Der hat sie jetzt mal für ein paar Wochen genommen. hat Demenz. die haben dann wirklich... Komischerweise bin ich in letzter Zeit oft mit dem Thema Pflege konfliktiert gewesen, seitdem wir beschlossen haben, darüber zu sprechen. Die haben mir dann erzählt, dass die wirklich die letzten vier Monate, wo sie da war, in einer Dreizimmerwohnung sie gepflegt haben. Sie hatten mitgelebt. Wie schwierig das ist mit einer Person Ende 80 mit Mitte 60, wo man ja auch nicht mehr in den Kräften der Dreißigern ist, sondern auch irgendwann ein bisschen müde wird und und und. Das eine oder andere eigene Wehwehchen hat, was die auch haben. Wo die eigentlich wirklich komplett auf sich selber gucken müssen, wahrscheinlich so eine Reha machen müssen, selber wieder zu treffen zu kommen. Da gibt es keine Zeit für Reha oder was weiß ich was. Da gibt es aber auch kein Geld für eine stationäre Pflege. Also war die Entscheidung, wir pflegen unsere Mutter daheim in unserer Dreizimmerwohnung. Ein Zimmer hat die Mutter. Ein Schlafzimmer für das Paar. Und halt ein Wohnzimmer. Und man ist... Also man läuft sich permanent über den Weg. Und da habe ich auch noch mal gesehen, das ist das Leben, das ist die pure Realität. Und damit gilt es umzugehen. Und da ist es halt nicht so leicht gesagt, ja, dann mach mal Reha, dann werden wir selber nicht zur Pflegefällen oder wie auch immer, sondern du hast wahnsinnig viel Druck auf allen Ebenen. Vielleicht auch, bis du 60 bist, eigentlich wo du selber sagst, eigentlich müsste jetzt Die Idealvorstellung, man ist voll im Berufsleben, war auch erfolgreich, hat auch den einen oder anderen Euro zur Seite gelegt, hat Karriere gemacht, hat sich ein Haus gekauft, hat sich teilweise verausgabt, aber immer noch auf sich selber geguckt, halbwegs gesund geblieben, Kinder sind groß geworden. Und dann kann man so langsam mit Ende 50, Anfang 60, weil man vielleicht den einen oder anderen Euro privat auch vorhabe, einfach so Ruhe machen und so ein das Leben auskosten. hängen lassen, mehr reisen, Golf spielen, Schiffsreise, mit den Kindern was machen oder mit dem Kind was machen, das beim Großwerden, selber beim heiraten zugucken, Enkelkinder, wunderschön, ganz, ganz toll für alle, die das genau nach diesem Modell genauso machen können, ja. Aber bei ganz, ganz vielen ist es nicht so, sondern die sind im Non-Stop Druck mit eigener Gesundheit, teilweise fehlenden Einnahmen, weil sie in Frührente gehen müssen, aber gleichzeitig sich die noch viel älteren eigenen Eltern immer noch kümmern müssen, die jetzt Ende 80 sind. Da weiß man auf jeden Fall, was man hat oder was man nicht hat. Und nach dem Gespräch, ich werde jetzt auch behilflich sein beim Verkauf der Immobilie, damit die Liquidität bekommen und und und, aber ich habe da auch tief durchgeatmet. Dankbar für die Gespräche bin ich sowieso jedes Mal. Aber So weit es geht, will ich das durchdenken, versuchen bis zu Ende zu denken und mich darauf vorzubereiten.
30:17 – Erol Jasharoski
Perfekter Übergang auch in die zweite Frage reinzugehen. Wer pflegt Deutschland eigentlich? Wenn man über Pflege spricht, dann das erste, was sofort im Kopf kommt, ist ja Pflegeheim. Die Realität aber ist das komplette Gegenteil eigentlich tatsächlich. Wenn wir uns anschauen, wo passiert Pflege heute eigentlich, dann sind 86 Prozent von den Leuten eigentlich zu Hause. Und 67 Prozent davon sind quasi auch Angehörige, die sie Und dann sind es nur Anführungszeichen, nur 14 Prozent die quasi irgendwo voll stationär irgendwo passieren. Das bedeutet ja quasi im Umkehrschluss ohne Familie würde
31:00 – Özgün Imren
Ja.
31:00 – Erol Jasharoski
Das Pflegesystem ja heute schon komplett und in kürzester Zeit komplett kollabieren. Das ist ja, wenn
31:07 – Özgün Imren
Absolut.
31:08 – Erol Jasharoski
Man sich die Zahlen eigentlich anschaut, wir kommen heute schon nicht hinterher mit Pflegekräften
31:11 – Özgün Imren
Ja.
31:12 – Erol Jasharoski
Und etc. Aber tatsächlich ist mehr als 80 Prozent der Pflege daheim durch Angehörige. Verrückt.
31:18 – Özgün Imren
Absolut, absolut, Aber Tendenz tatsächlich in allen Belangen steigend. Und das ist ja die große, das ist die tickende Zeitbombe. Also wir kommen jetzt schon finanziell nicht klar, obwohl mehr als zwei Drittel, mehr, ja drei Viertel zu Hause gepflegt werden von Angehörigen. Die großen Kosten, die kommen erst mit der vollstationären Pflege im Heim. Und jetzt kommen wir schon nicht klar. große Frage, wie wollen wir das in Zukunft machen, dieser große Block immer älter wird, noch mehr generell in Pflege kommen, dadurch natürlich auch prozentual gesehen noch mehr auch in die stationäre Pflege kommen, wie soll das funktionieren? Jetzt kann man natürlich auch sagen, gut, wenn man sich das traditionelle Familienbild anguckt von vor, weiß ich nicht, 50 Jahren, 100 Jahren, was auch immer, Teilweise in vielen, vielen südeuropäischen Ländern oder in vielen anderen Ländern ist es ja immer noch so. Also ich kenne es aus der Türkei, vor allem aus der Osttürkei. In den großen Städten ist es mittlerweile auch nicht mehr so. Da sind auch mittlerweile viele Heime etc. entstanden. Aber wenn man jetzt mal so nach Anatolien guckt, da steht das Thema, meine Eltern, meine Großeltern ins Heim... Also diesen Gedanken gibt es gar nicht. Das ist das Thema. Heute würde man sagen, mehr Generationen Haus. Aber viele leben unter einem Dach. Man hat ein Haus, groß, klein, vielleicht sogar groß. Und da wohnt dann Oma, Opa. Eltern, Kinder, jeder mit jedem. Und jeder kümmert sich jeden. Und jeder hat auch was voneinander. Der Opa, der mit dem Kleinen, keine Ahnung, spazieren geht, dem was mitgibt, der sich, soweit seine Gesundheit zulässt, sich auch ihn kümmert. Wie dann auch die Schwiegertochter, die irgendwann dazugekommen ist, weil der Mann geheiratet die sich dann auch die Eltern vom Mann kümmert oder ihre eigenen Eltern kümmert oder auch der Mann die Eltern kümmert. Soll ja jetzt nicht in die Rollenbezüge sein, aber tatsächlich ist es einfach so. Und die geht halt auch nicht arbeiten, sondern die kümmert sich quasi die Familie zu Hause. Das soll jetzt auch nicht heißen, dass ich dieses Rollenbild per se viel besser finde, als was anderes. Aber früher war es vielleicht einfacher, weil die Rollen anders waren oder die Rollen verteilt quasi acht Stunden, zehn Stunden Zeit für die Familie zu Hause. Und der eine oder die andere, meistens war der Mann, der halt rausgegangen ist und geguckt hat, dass Geld reinkommt oder in Anführung Futter reinkommt und die Familie genug zu essen hat. Die Probleme sind aber viel, komplexer geworden aufgrund einfach vieler Bedürfnisse. Jetzt soll, und meine Frau geht auch arbeiten am Tag und das ist auch gut so, aber jetzt zum Beispiel zu sagen, hey, Lieber Gott bewahre, aber meine Mutter, mein Vater oder meine Schwiegermutter sind irgendwie Pflegefälle, die kommen jetzt nach Hause und ich sage, das muss jetzt nur du machen und ich gehe jetzt, du kündigst, bla bla bla. Das ist auch zu einfach. Und jetzt haben wir sowas wie eine Pflegeversicherung. Jetzt haben wir sowas wie Pflegedienste. Jetzt haben wir sowas wie Pflegeheime. Und jetzt gilt's. das Ganze finanzierbar zu halten, aber auch natürlich ins Lebensvorstellungsmodell einzubringen. Und das ist meiner Meinung nach schwieriger denn Weil wenn ich jetzt überlege... Meine Mutter wird in Pflege fallen. Ich will sie nicht ins Pflegeheim bringen, sondern ich sage, komm zu uns. Bleib bei uns. Dadurch muss ich sicherstellen, dass wir dort auch immer wohnen bleiben dürfen, wo wir jetzt wohnen. Wir wohnen jetzt in einer Also mein Job muss immer funktionieren, damit ich genug Geld habe, diese Doppelhaushälfte bezahlen zu Und gleichzeitig muss ich immer genug Energie haben, mich auch die Pflege hier daheim... zumindest halbwegs kümmern zu können gemeinsam mit meiner Frau, weil Hilfe werden wir sowieso dazu holen, weil ich ja kein, ich bin ja kein Arzt oder keine Pflegekraft. Aber es wird auch mich zu Hause beanspruchen und das ist Druck auf allen Ebenen. intern. Also kann ich einfach sagen zu meiner Frau, ja ich gehe doch arbeiten, dann gehe ich in der Früh raus, komme am Abend wieder zum Abendessen und das Abendessen muss da auf dem Tisch stehen. Gleichzeitig muss meine Mutter, mein Vater oder wer auch immer gut versorgt sein und da muss ich meine Frau darum kümmern. Das geht ja nicht. Also kann ich tatsächlich so nicht verlangen. In der Hoffnung, dass ich natürlich auch ein... Bei mir glaube ich, dass es da kein Problem geben würde, aber ich kenne ganz, ganz viele. War auch tatsächlich bei dem Ehepaar, wo ich dir gerade erzählt habe, die mit Mitte 60 die 89-jährige Mutter zur Pflege hatten. Da kommt noch hinzu, dass der Mann auch nicht mehr arbeitet, sondern Erwerbsminderungsente bekommt. Also die Frau, die 61 ist, geht am Tag... über 12 Stunden arbeiten, Geld zu verdienen, damit quasi Wohngeld bezahlt wird und Versicherung bezahlt wird und der Mann aber auch mit, weil er nur Erwerbsminderungsrente bekommt, kaputter Rücken. Gleichzeitig kümmert sie sich aber auch die Schwiegermutter, die jemanden braucht, mit Demenz, die ist auch schon ein paar Mal abgehauen, das ist der Wahnsinn. Und sie mir wirklich sagt, sie ist am Ende. Und sie macht das nur, weil sie ihren Mann so sehr liebt. Und die haben sich erst vor zehn Jahren kennengelernt. Also sie sind nicht schon seit 40 Jahren verheiratet und keine Ahnung. Haben keine Kinder. Sie liebt ihren Mann so sehr und sie macht das alles, weil sie ihn so sehr liebt. Ansonsten wäre sie schon weg. Weil sie packt es nicht mehr und sie weiß, auch nur ein Leben. Und das ist der Wahnsinn. Bisschen hier aus dem Nähkästchen oder vielleicht auch nicht mit Prozentsätzen und Pflegereformen und Eurobeträge, sondern tatsächlich aus dem Leben oder aus der Gegenwart. Aber Thema Pflege.
37:14 – Erol Jasharoski
Ja, aber das ist tatsächlich auch die Realität. Der Punkt, den du jetzt angesprochen hast, ist im Balkan, woher meine Familie kommt, ist ja auch nicht anders. Das Thema Pflege durch die Familie ist ja gang und gäbe. Die aller, allerwenigsten können sich in Pflegeheimen leisten oder spielen überhaupt mit den Gedanken. Ich sehe es in meiner eigenen Familie. Wir sind so bisschen querbeet verteilt. Ein Teil ist hier in Deutschland, der andere in Österreich. Ein anderer Teil ist dann wieder in Frankreich. sich aber genau mit diesem Thema. Tatsächlich haben wir die Situation auch in der Familie. Gott sei Dank ist jetzt niemand per se pflegebedürftig, so wie man es jetzt quasi unter dem Begriff kennt. Aber trotzdem beschäftigt man sich mit dem ganzen Thema vor allem in Cousins und so weiter auch in Österreich. Deren Mutter, also meine Tante Lidie, lebt noch in Mazedonien. Die ist jetzt auch schon Mitte 80. War bis jetzt wirklich kerngesund, aber man merkt ja, gut, das Alter tut natürlich jetzt auch ihres. Zwei Cousins in Österreich, sind zwei Brüder und die pendeln jetzt eigentlich regelmäßig immer wieder für eine Woche nach Mazedonien, kümmern sich dann so ein bisschen da drum und gehen wieder zurück. Das darf man aber nicht vergessen. sind nicht arbeitslos und die sind auch nicht selber in der Rente, die arbeiten, alle beide. Und die Frauen von denen auch, weil anders funktioniert es nicht. Wechseln sich alle regelmäßig ab, quasi runterzufahren, zu fliegen, wie man es auch eben hinbekommt, was ja auch eine finanzielle Geschichte ist. Nicht nur der zeitliche Aspekt, auch die finanzielle Geschichte, jedes Mal da runterzufahren, zu fliegen, sich darum zu kümmern und dann wieder zurückzukommen. Also deswegen, ich kann komplett nachvollziehen, was du da eben sagst. Und tatsächlich ist es gar nicht so, dass es ein Thema ist, dass es jetzt nur irgendwie bei uns in Anführungszeichen Ausländern so ist, sondern Wenn man sich anschaut, was die OECD zu dem ganzen Thema Pflege in Deutschland sagt, da wird quasi auch darauf hingewiesen, dass das ganze Thema Pflege in Deutschland die Erwerbsbeteiligung beeinflusst und insbesondere Frauen einen großen Teil der Versorgung übernehmen und dadurch natürlich auch nicht arbeiten können, weniger Arbeitszeit haben, Endresultat weniger Rente dadurch auch bekommen, körperliche Belastungen, psychische Belastungen, Belastungen der Partnerschaft natürlich auch selber. Also das sind alles Themen, die da drin ist. finde ich es ja so verrückt, so ein verdammt wichtiges Thema wie Pflege, dass da so eine Pflegereform jetzt einfach mal irgendwie reingekrätscht wird, aber dann gesagt wird, wir packen das jetzt in die Kommission und die überlegen sich dann bis Januar, was sie damit machen. Also liebe Politiker, jetzt mal ganz ehrlich, also genau dafür seid ihr eigentlich da. Ihr sollt die Infrastruktur und das Leben in diesem Land ermöglichen und Was ist wichtiger als sich das Thema Pflege, Rente und am Ende des Tages haben wir jetzt auch ganz, ganz viel über Kosten und Co. gesprochen, mal wirklich hinzugucken, hey, wie kriegen wir das eigentlich irgendwie unter einen Hut und sich nicht mit belanglosen Bullshit-Themen zu beschäftigen, wie permanent irgendwelche äußeren Ränder, sei es links oder rechts, sich im Kreis zu diskutieren, anstatt die Zeit zu investieren, und sich wirklich damit zu beschäftigen, hey, was müssen wir in die Wege leiten, damit dieses Land nicht nur heute, sondern auch in 20, 30 Jahren quasi funktioniert? Und das ist der absolute Wahnsinn. Deswegen verstehe ich auch niemanden, der da permanent die AfD wird es richten oder jetzt in Berlin die Linke wird es richten. Also wirklich Leute, was ist mit euch allen los? Anscheinend habt ihr euch überhaupt nicht mit der Thematik beschäftigt, weil weder die eine noch die andere Seite wird dieses Thema auch nur annähernd lösen, sondern da braucht es Politik der Mitte, das zu lösen. Die wird leider auch nicht gemacht, deswegen kann ich auch keinen von den klassischen Parteien da irgendwie in Schutz nehmen. Und wir als Bevölkerung, wir drehen uns mit dem Kreis. bin ich mal links, mal bin ich mal rechts, dann will ich aber und aber die Realität ist eine ganz andere und wir müssen uns eigentlich ganz anders mit diesem Thema auseinandersetzen. Nun gut, ich glaube weder wir jetzt in der Schnelle in diesem Podcast und dieser Folge werden eine Lösung finden, aber was wir auf jeden Fall machen können ist mal kurz zu gucken, wie machen es denn eigentlich andere Länder? Wir sind ja nicht die einzigen auf der Welt. Wir haben jetzt gesagt, in Deutschland hat man eben die Versicherung. Die Versicherung, das sagst du ja auch so oft. Pflegeversicherung ist eine Teilkasko-Versicherung. Das übernimmt definitiv nicht alle Kosten und es wird auch niemals der Fall sein, wenn man da ganz nüchtern drauf guckt. Wir können froh sein, wenn wir dieses Teilkasko beibehalten können eigentlich.
41:56 – Özgün Imren
Jetzt frage ich dich mal was, Erol. Du sagst ja so schön. Man muss sich bewusst sein, dass es eine Teilkasko-Versicherung ist. Und wenn man jetzt beim Teilkasko-Kontext bleibt, heißt das ja, dass man immer eine Selbstbeteiligung hat. Auch bei einer Kaskoversicherung gibt es ja verschiedene Selbstbeteiligungen. Dann gibt es die 150 Euro Selbstbeteiligung, die 300, die 500, die da und und und. Und es gibt es jetzt bei der Pflege auch. Das ist eine Teilkasko-Versicherung. Und wenn man quasi Voll-Casco will oder wenn man mehr will, dann muss man den Rest halt selber bezahlen. so, weil man ja sagt, die, weil es anders einfach nicht finanzierbar ist, es kostet zu viel Geld. Aber es gibt ja einige... die das Gefühl einfach nicht loswerden, dass wir ja kein Einnahmenproblem haben, sondern Ausgabenproblem haben. Also das ist eigentlich genug durch vor allem Steuergelder. Können wir ein Lied davon singen, wenn man guckt, was da alles eingenommen wird oder abgenommen wird. Wie viel man so im Laufe der letzten Jahre allein an Lohnsteuer und und und und bezahlt hat und alle anderen ja auch. Und wenn man sich auch Zahlen anguckt, Bundeshaushalt und so weiter, kommt ja echt, echt viel rein. Und Viele, mit denen ich spreche, die sagen, gefühlt müsste eigentlich Geld da sein, aber es ist kein Geld da. Und das ärgert dann natürlich. sagst, er kommt ins Haus, nur Geld rein, aber im Haus ist so eine undisziplinierte Auskampolitik. Es wird für sehr, sehr, viele Sachen Geld ausgegeben, die für viele, die in diesem Haus leben, keinen Sinn machen. Das führt natürlich zu einer extremen Unzufriedenheit. Und... Wenn wir jetzt unter einem Haus leben würden, dann müsste es ja auch einen geben, darauf achtet und auch die Interessen dieses Haushalts, indem wir jetzt hier leben, den Vordergrund stellt und sagt, was willst du, was willst du, was brauchst du, was können wir jetzt ausgeben, was müssen wir zurücklegen, damit wir auch in Zukunft gepflegt werden, eine Rente haben und uns noch unsere Schuhe, Hosen, Jacken, was weiß ich was kaufen können. Da müsste es ja einer geben, der das Zepter in die Hand nimmt und das macht. Das machen ja auch viele. Und dann passt das ja mit der Haushaltsrechnung. Es scheint gefühlt in Deutschland, über die wir jetzt gesprochen haben, nicht zu passen. auch wieder, das ist ja auch der Grund mit Ränder links und rechts und so weiter, die Leute sagen, hey... Ihr nehmt schon genug ab. Nicht nur Pflegeversicherungsbeiträge, wieder die Kinderlosen und und und. Sondern rechnet mal zusammen, wie viel Steuern ihr abnehmt. Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Mehrwertsteuer, D-Steuer, was weg Energie, je 1000 Millionen Steuern. Da kommt ja einiges zusammen. Wir haben das Gefühl, ihr gebt das nicht richtig aus. Und das führt uns zu
44:40 – Erol Jasharoski
Ja also...
44:41 – Özgün Imren
Noch mehr Frust.
44:42 – Erol Jasharoski
Ganz ehrlich, ich sehe das hier häufig auch so. bin jetzt auch weiß Gott nicht der Experte, der sich jetzt mit dem Bundeshaushalt irgendwie genau auseinandergesetzt hat und jede prozentuale Abweichung erkennt und was weiß ich. Ich habe es jetzt mal schnell parallel nur kurz gemacht. Also einfach bei Google mal reingeschrieben Bundeshaushalt. Da kommt eine wunderbare digitale Übersicht quasi direkt bundeshaushalt. de. Und da sieht man ganz genau, wo eigentlich das ganze Geld reinfließt. 37 Prozent. kommen da quasi aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Wenn man da mal dann reinklickt, dann sind innerhalb von den 70 Prozent Rentenversicherung und Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung. Da sind keine Fahrradwege in Peru. Das ist ja die wirkliche Diskussion. Gottes Willen, ich will jetzt gar nicht Fahrradwege Peru oder so weiter. Es gibt hundert-prozentig ganz, ganz viele Ausgaben, die absolut sinnbefreit sind und die man definitiv optimieren kann. Ja, aber das ist jetzt auch mal ein Fakt. 40 Prozent der Gesamtleistung und innerhalb von diesem größten Block gehen 70 Prozent davon an Renten. Und da sind die Babyboomer noch nicht drin. Also von was sprechen wir denn da? Die Realität ist, und das ist glaube ich das Hauptproblem, wir hier in Deutschland haben, wir sind ein verwöhntes Volk von unseren sozialen Leistungen. Soziale Sicherheit. Ich muss mein Gehirn abschalten, der Staat regelt für mich. Wo entgehen andere Länder, nehmen wir bestes Beispiel Amerika, da verlässt sich kein Mensch auf den Staat, weil der Staat gibt auch gar nichts. oder Länder wie Dubai, jetzt über alles gehypt werden, da kriegst du auch gar nichts. Sondern wenn du aus deinem Geld was machst, jetzt ist natürlich das Gegenargument natürlich immer, ja ja, aber die nehmen ja auch nichts. Alles okay, alles okay.
46:35 – Özgün Imren
Wollte ich gerade sagen.
46:37 – Erol Jasharoski
Es ist kein Problem. Dann, aber wie gesagt, wir haben halt hier einfach ein anderes System. Aber ich glaube, das Hauptproblem ist, dass wir über Jahrzehnte in einem verwöhnten System sind, die ein oder andere Fehler, sag ich mal, Entscheidung getroffen haben, Wenn es das Thema, sage ich jetzt mal, ja, das unbeliebtes Thema, ich, also Migration und hin und her, wobei ich will das nicht als Hauptproblem sehen, weil die Realität ist halt einfach, damit dieses System, was wir heute haben, überhaupt noch langfristig funktionieren kann, müssen wir auch über Migration sprechen. Weil ansonsten geht es nämlich hinten und vorne nicht. Wenn erst mal alle Babyboomer in der Rente sind, wer soll dann dieses Haushaltsthema hier eigentlich bezahlen? Aber das machen wir jetzt heute gar nicht auf. Aber Wie gesagt, ich verstehe absolut den Punkt, du hast. verstehe, ich sehe, wie auf ein Minimum zweimal in der Woche platzt mir auch der Kragen. sage, das gibt es nicht. Wie viel zahle ich eigentlich? Und ich kriege gar nichts davon. Es war erst letzte Woche, wo ich von der Schule meiner Tochter eine E-Mail bekommen hat. Kurz ist komplett anderes Thema, aber das passt eigentlich rein. Eine E-Mail, wo es darum ging. Wir haben eigentlich immer Donnerstags die gesunde Pause. So die gesunde Pause ist so sicherstellen, dass eigentlich auch jeder nicht nur irgendwie Nutella Brote und Süßes in die Schule mitbekommt, sondern halt auch vielleicht mal ein Apfel oder eine Banane oder sowas in Gutes Thema. Einmal in der Woche gesunde Pause. Ja, leider ist das Geld dafür nicht da. Liebe Eltern,
48:00 – Özgün Imren
Sonst immer Nutella Brot oder wie?
48:02 – Erol Jasharoski
Könnt ihr denn alle mal spenden? Wir brauchen x Euro, 700 Euro oder sowas. Warns, das auch gar nicht so viel, damit wir das beibehalten können. Da ist der Punkt, wo ich mir auch denke, für was zahle ich denn Steuern? Ich zahl Steuern, aber für eine gesunde Pause für die nächste Generation, die das ja alles am Laufen halten soll, ist nicht so. Und jetzt gehen wir aber noch einen Schritt weiter. Jetzt haben wir kurz über den Staat geschimpft. Dann kam ein Wochen später, ne, Entschuldigung, ein paar Tage später, weil da war nämlich so Elternbeiratstreff und Sonstiges und meine Frau war da mit involviert, da wurde dort dann eben auch nochmal gesagt, ja, liebe Eltern, wir hatten ja diese E-Mail da geschrieben und so weiter. Wir wollten da jetzt noch mal kurz darauf hinweisen, ob da nicht jeder mal vielleicht irgendwie fünf Euro oder zehn Euro geben kann. Meine Frau hat sich dann gewundert, weil wir haben natürlich dann sofort was gegeben. Wieso ist denn dieses Thema offen? Ist das nicht schon geklärt? Und tatsächlich die Rektorin gesagt, bei weitem nicht. So und jetzt kann man natürlich über den Staat schimpfen, alles okay. Aber was ist mit den Leuten los? Schafft ihr es nicht? Zehn Euro? Ich meine, da sind genug Familien da drin. 10 Euro zu geben, auch im Interesse der eigenen Kinder, der Gesundheit und so weiter, das vom Tisch zu packen. Und da sind wir eigentlich mittendrin in dieser Thematik. Wir wollen alle alles. Wir wollen eine gute Pflege. Wir wollen die beste Gesundheit. Aber selber wollen wir dafür nichts machen. Und ja, es ist absolut ein Fakt, dass uns ganz viel vom Geld genommen wird, eben für quasi Haushalts-Töpfe. die Realität ist halt einfach, es reicht nicht. Es reicht nicht. Und das ist, ich, die Realität. Also lange, lange Beantwortung deiner Frage. würde auch trotzdem gerne wieder zurückkommen, mal zu gucken, wie es denn andere Länder machen, weil es ist schon auch bisschen interessant. Aber das sind die Themen, die mir da auch durch den Kopf gehen. Tatsächlich habe ich Antwort darauf. Ich hätte wahnsinnig gerne Antwort darauf. Das ist ein Thema, was mich permanent beschäftigt. Aber am Ende des Tages, ich kann nicht nur über den Staat schimpfen, weil Fakt ist, ich kann ja die Zahlen lesen. muss ich ja nur damit beschäftigen.
50:10 – Özgün Imren
Ja, definitiv. Du hast ja recht damit, dass vieles in Renten geht. hast recht damit, dass 70 Prozent von 40 Prozent vom Bundeshaushalt in Renten und Soziales geht. mit Renten und Soziales. Da ist aber nicht nur Erwerbsminderungsrente und Altersrente damit gemeint oder Zuschüsse dazu, sondern es sind auch viele, andere Sachen damit gemeint. Auch zum Beispiel die Grundsicherung ist auch damit gemeint. Und in Anführungszeichen Sozialhilfe. Und das Thema ist ja viel tiefer. Da muss man natürlich gucken, wie viel Prozent von den 40 Prozent gehen in Grundsicherung. Ganz, ganz wichtiges Thema. Jeder, bedürftig ist, soll Grundsicherung bekommen. Aber ich möchte auch dieses Thema heute nicht aufmachen. Darüber können wir ein anderes Thema sprechen. Wie viele bekommen Grundsicherung, eigentlich arbeiten könnten. Beispiel ein Thema, wo wir jetzt in drei Stunden nur darüber sprechen können. das
51:00 – Erol Jasharoski
Ja.
51:00 – Özgün Imren
Ist genau das. Darauf zielt auch meine Frage hinaus. Nicht, dass wir jetzt da unsere Excel-Tabelle machen und prozentual reingehen und analysieren. Es ist ein Gefühl von Unfairness da. Es ist ein Gefühl von Unfairness da. Weil wenn ich ein Gefühl von Fairness hätte oder viele ein Gefühl von Fairness hätten, würden wir diesen Weg, der auch schmerzhaft ist, die Bund... Ich schließe jetzt ein Kreis. Pflegereform. Das wird ein ganz, ganz schmerzhaftes Thema. Ganz, ganz.
51:28 – Erol Jasharoski
Ja, vielen Dank.
51:29 – Özgün Imren
Das ist nichts, was jetzt da ist mit Kinderlose 0,3 % hoch und Beitrag zur Beitragsbemessungsgrenze geht 300 Euro hoch, dadurch 10 Euro. Einer, gut verdient, der im Monat 10 Euro mehr für die Pflegeversicherung sagt, okay, gut. Das sind die 10 Euro, für gesunder Tag oder wie war der Tag in der Schule? Okay, gut, krieg ich schon irgendwie hin. Aber das Rei wird intern und vorne nicht reichen. Und ich bin bereit, die Gesellen meiner Meinung nach, ich möchte jetzt auch für niemanden sprechen, aber es ist rein mein Gefühl. Ich glaube, jeder ist bereit, seinen Beitrag dazu zu leisten, wenn er Vertrauen spürt in sich. Vertrauen in ein System, wo man meint, die haben das im Griff und unsere Zukunft wird definitiv besser aussehen, als unsere Gegenwart. Es wird sich etwas verbessern. Für mich persönlich, für mein Umfeld, für die Gesellschaft, fürs Land und so weiter. Diese Vision von einer besseren Zukunft wird mir nicht vermittelt. Es wird
52:26 – Erol Jasharoski
Ja.
52:27 – Özgün Imren
Gar keine Vision vermittelt. Null. Also wo ist unser, wie nennt man den, der Nordstern? Wo ist der Nordstern? Wir, in der Unternehmenswelt, sprechen von Visionen, von Nordstern, das was uns antreibt. was uns durch Täler durchschreiten lässt, weil wir an diese Vision, an unser Ziel glauben. Man erträgt Schmerzen, Veränderungsprozesse viel, viel besser, wenn man diesen Nordstern hat.
52:50 – Erol Jasharoski
Klar.
52:50 – Özgün Imren
Aber den muss einer vermitteln. Der muss eine Führungskraft, Führungskräfte müssen den vermitteln. Dann gehe ich und auch du, bin ich mir sehr sicher, und auch alle anderen in meinem Umfeld gehen mit. Nur... Wenn es diese Nordsterne nicht gibt, wenn es diese Visionen nicht gibt, wenn ich nur von der Hand in den Mund lebe, wenn Entscheidungen getroffen werden, wo ich dachte, das passt gar nicht zusammen und dann wo sich nicht mal die Mühe gegeben wird, das zu erklären, weil man so, das ist halt so, Pech gehabt, warum machen wir das? Keine Ahnung, einfach so, weil, weil es gut ist. Dann muss ich sagen, dann kotzt mich das an. Und dann tut es mir weh. Und dann ärgere ich mich. Dann löst das Stress in mir aus. Mit mir meine ich tatsächlich echt viele, ich auch kenne. Alt wie jung. Und dann fühlt sich das für mich super ungerecht an. Und tatsächlich ist das mein Wunsch. Also mein Wunsch ist, ich glaube, dass ich persönlich und viele, in meinem Umfeld echt etwas dazu beitragen könnte, dass vieles besser wird. Von Pflege. Wir sind beim Pflegethema. Und viele andere Themen. Aber... nimmt uns nicht mehr an der Hand. Bitte, nur hinrotzen, nur sagen, ist so. Komplett über alle Köpfe hinweg. Ohne Mitteilung von den Zielen. Und das hat viel mit... Also meiner Meinung hat das sehr, sehr viel mit Kommunikation zu tun. Der Podcast heißt Zweite Halbzeit. Kennt man ja auch aus dem Sport, aus dem Fußball. Wir haben einen neuen Bundestrainer, Jürgen Klopp. Der nimmt mich kommunikativ viel, viel, mehr mit. Wenn ich mir die Interviews angucke und die Pressekonferenzen, er da macht, das hat er erstes gemacht. Er vermittelt die Vision. Er teilt mit, dass es schmerzhaft sein wird. Aber jeder hat Bock. Jeder hat Bock, weil er Sinn dahinter sieht. war davor? war irgendwie so ein super uncharismatischer, immer beleidigter Bundestrainer, der bei jeder Frage irgendwie fast, entweder jemanden gefühlt zusammengeschlagen hat oder das Weinen angefangen hat. Bloß weil kritisch war. Mit einem Ego, der bis was weiß ich wo hingekommen ist. Bestimmt fachlich super Bundestrainer, aber muss ich wirklich sagen, vom Kommunikativ eine absolute Nullnummer. Und das macht halt dann ein Jürgen Klopp, Bundestrainer, Deutschland. Ob er mehr Erfolg haben wird, weiß ich nicht, aber er nimmt mich mehr mit. Auf die Reise zu einer vielleicht besseren Zukunft. Dafür gibt's ja keine Garantie. Aber ich hab tatsächlich... generell jetzt nicht nur im Fußballkontext Bock... da meinen Beitrag zu leisten. Für alle, wenn ich weiß, wo der Weg hinführt.
55:30 – Erol Jasharoski
Ja, ich sehe es genauso wie du. Traurig, wahr. Es ist, glaube ich, genau der springende Punkt. Es fehlt Anführung. Ich muss da halt offen ehrlich sagen, ich sehe da halt auch niemanden aktuell, so traurig es klingt, niemanden, der diese Führung auch übernehmen will. Es gibt so ein paar, die sich dann hinstellen und irgendwelchen Schmarrn einfach erzählen,
55:51 – Özgün Imren
Jürgen Klopp.
55:52 – Erol Jasharoski
Sei es eine Linke in Berlin oder sei es auch eine AfD, sich mit Themen beschäftigen, die uns als Land sowieso gar nicht nach vorne bringen werden, sondern uns wahrscheinlich eher in die Bredouille bringen. Noch weiter, sowieso, weil wir sind schon drin. Und das ist das Traurige daran, dass das dann niemand, weil ist es halt so, es ist unangenehm, über was wir sprechen müssen. Man kann es auch nicht beschönigen, sondern ist eher Hosen an und ab durch den Dreck oder Stiefel an und ab durch den Dreck. Anders wird es nicht funktionieren, aber man muss die Leute mitnehmen. Ich gebe dir zu, ein 100.000 Prozent Recht, dass das genau der springende Punkt ist, der aktuell fehlt. weil die Leute brauchen den. Man merkt auch einfach nur, warum orientieren sich alle Leute so eher an die Ränder. Ist einfach deswegen, weil sie Hoffnung haben, dass sich dadurch irgendwas verbessert. tatsächlich zu kleinteilig, in persönlichen Belangen anstatt im Grunde Ganzen.
56:40 – Özgün Imren
Ja, natürlich. AfD-Wähler sind irgendwie rechtsradikal. Ich habe genug... Ich kenne sogar einige türkische, ausländische Freunde, bekannte Verwandte, die AfD gewählt haben.
56:53 – Erol Jasharoski
Mir geht's gar nicht dieses ganz ehrlich, offen ehrlich...
56:55 – Özgün Imren
Das ist aber ganz witzig, Aber wenn ich frage, warum, das 0,0 was mit... Das ist ja nicht rechtsradikal, sondern die sagen, die vermitteln mir... Die geben mir das Gefühl, dass sie Zukunft mehr im Blick, Bild, im Sinne von uns haben, jetzt die, die halt nicht so sind. Und darum geht's ja. Man will an der Hand
57:15 – Erol Jasharoski
Ja,
57:16 – Özgün Imren
Genommen werden. Man will eine... Man soll mir glaubhaft vermitteln, dass die Zukunft besser wird. Und nicht permanent, er heißt, sorry, er... Jedes Mal höre ich... Wir müssen uns alle auf schwierigere Zeiten einstellen. Aber der Nachsatz fehlt. Das ist nur ein Teil vom Satz. Ich bin bereit, schwierige Zeiten in Kauf zu nehmen, wenn es danach wieder besser wird. Aber das wird nicht erzählt. Liebe Leute, wir müssen uns alle, wir müssen mehr arbeiten. Es stehen schwierige Zeiten. Warum? Warum? Und dann? Wird es besser, hoffentlich, oder? Aber darüber redet keiner.
57:54 – Erol Jasharoski
Aber genau das wirklich. ich glaube, wir können jetzt schon mal festhalten, dass die nächste Folge, wir müssen über diese politischen Ränder sprechen, genau das ist der Punkt dahinter. Ja, ich gebe dir zu einer Million Prozent recht. Aber was machen die anderen? Ich meine, AfD erzählt auch was über Migration und was weiß ich was, als würde das alle Probleme lösen. Und die Linke erzählt darum, wir verstärklichen jetzt alles Enteignungen hin und her. Aber die eigentliche Rechnung, das auch umzusetzen, präsentieren die auch nicht. Und das ist ja mein allgemeines Problem. Mir geht es gar nicht. Ich habe auch keine Angst vor AfD und irgendwie Rechtsdruck. Ich bin auch Ausländer mit Migrationshintergrund. Es juckt mich gar nicht so sehr. Ich habe eher ein Problem damit, dass ich den einen Inkompetenten gegen den anderen Inkompetenten austausche. Das ist meine größere Sorge dahinter. Weitere vier Jahre Inkompetenz. Weil das ist das Hauptproblem, was wir haben. Wir haben inkompetente Leute. Das ist das eigentliche Problem dahinter. Und die kompetenten Leute kommen nicht zum Schuss, weil sie
58:52 – Özgün Imren
Vielleicht sind sie gar nicht inkompetent.
58:56 – Erol Jasharoski
Sich diesem Lobbyismus-System nicht durchboxen können.
59:01 – Özgün Imren
Oder wiedergebildet werden.
59:02 – Erol Jasharoski
Ja oder wie? Ist dir völlig egal. Und wir? Wir? Und deswegen? Das Volk? Das Volk ist das wirklich Dumme. Weil wir uns nicht mit den eigentlichen Sachen auseinandersetzen. Wir lesen keine Wahlprogramme richtig. Wir interpretieren sie nicht richtig. Wir gleichen die Sachen nicht ab mit den wirklichen Problemen. Sondern wir schreien unseren persönlichen Dingen einfach nur hinterher. Eine AfD mit Migration. Größte Probleme. Ich kann nicht mehr nachts in Park. Und sonstiges, aber ja, okay, gibt es tatsächlich auch ein Problem. Aber Pflege wird davon nicht gelöst und das ist ein viel größeres Problem. Linke günstigere Mieten und ja unbedingt ein Problem. Wie wäre es, man überlegt sich, wie man den Neubau nach vorne bekommt, anstatt sich zu überlegen, ich enteigne die großen Wohngesellschaften. Leute geht es nochmal. Also beschäftigt euch mit den Themen, versteht was es geht, dann kommen wir vielleicht auch als Land gemeinschaftlichen Schritt vorwärts. Aber das ist das Problem, dass wir als Land so runter gebröckelt sind in eigene kleine Interessengruppen und wir uns überall nur im Kreis drehen und das große und ganze komplett aus dem Blick verhören.
01:00:16 – Özgün Imren
Aber die Frage ist ja, jetzt das auf das Thema Pflege und das nächste Mal machen wir wirklich eine Folge mal darüber. Da muss ich, da habe ich vielleicht auch in manchem Bereich eine andere Meinung wie du. Aber wenn man das zurückbringen aufs Thema Pflege, gibt es ja, wäre die Frage, okay, wie sollten wir es machen? Wie könnten wir es machen? Vielleicht gibt es ja auch im Ausland gute Beispiele dazu. Amerika, USA ist es definitiv nicht. Dort quasi so. Hast du was, dann kriegste was. Wenn du nichts hast, dann kann es sehr hart werden. Es gibt auch sehr viele, die auf der Straße schlafen müssen, weil sie gar nichts haben, auch keine Krankenversicherung. Die würde ich die USA nicht als Vorbild nehmen, aber vielleicht gibt es andere Länder. Man hört ab und zu auch was von skandinavischen Ländern oder die Holländer, die Niederländer. Die scheinen es auch nicht ganz so schlecht zu machen. Aber es gibt vielleicht gute Beispiele, vielleicht kann man darauf gemeinsam mal gucken.
01:01:16 – Erol Jasharoski
Ich weiß gar nicht, ob Amerika vielleicht sogar ein gutes Beispiel ist. Wir reden ja immer davon, dieses System zu erhalten, aber vielleicht macht es gar keinen Sinn, dieses System zu erhalten. ganz radikale Impuls ist jetzt gar nicht das, dem ich überzeugt bin, aber einfach nur aus dem Gespräch heraus. Weil in Amerika, ja, du kümmerst dich halt selber da dran. Vielleicht ist das ja auch genau der Ansatz zu sagen, es gibt keine Pflegeversicherung mehr, so wie wir sie heute kennen. Damit kommen auch keine Kosten oder Abzüge zustande, die in Richtung Pflege gehen. Und ab Stichtag X kümmert sich jeder selber seine Pflege.
01:01:54 – Özgün Imren
Ja, glaube der Übergang würde ziemlich hart werden. Also schließlich, machst du
01:01:57 – Erol Jasharoski
Auf jeden Fall.
01:01:58 – Özgün Imren
Die Deadline? Gibt es ja in Teilen auch schon in Deutschland vor allem in der Rentenversicherung, dass man sagt, man geht in Teilen, man weiß, das umlagefinanzierte funktioniert so nicht und will durch Kapitaldeckung es wieder besser machen. Also sorg privat vor, hier kürzen wir, aber unterstützen dich in der privaten Vorsorge. Irgendwann müsste er dich vielleicht auch nicht mehr in der privaten Vorsorge unterstützen. Das eine übernimmt das andere. der Übergang, der Haarschnitt schaut immer im Übergang nicht so gut aus. und der langen Haarschnitt, aber die Zeit vom kurzen Haarschnitt zum langen Haarschnitt, das schaut irgendwie so komisch aus. Und das ist vielleicht da auch das Thema, einfach... Das glaube ich nie Leben, dass da irgendwer das anpackt und sagt hier stopp und ab sofort gelten die Gesetze des Dschungels, kümmert sich jeder sich selbst. Natürlich ist allererstes was passiert. ist die, die jetzt eigentlich kriegen würden, die haben ja zum Großteil auch lange einbezahlt. sagen, ne, also sorry, wenn ich zusammenrechne, was ich da alles einbezahlt habe im Laufe meines Berufslebens, dann kann das nicht sein, dass ich jetzt quasi vor dem Nichts stehe, auch wenn ich nichts bekomme, die ganz neu ins Berufsleben starten, keine gesetzliche Pflege zahlen, sondern privat nur machen. Für die wäre es vielleicht auch da einfacher. Ich bin im Großen und Ganzen schon auch glücklich darüber, dass man nicht so ein System hat wie in USA, weil das Leben halt nicht immer planbar ist und dass man hier zumindest ein Auffangnetz hat, wenn das Leben es gerade in einem Moment nicht so gut mit einem meint. Oder gibt es ja auch genügend, was ich nicht alles, Gottes Willen. Es gibt viele, die... super unplanbar entweder krank werden, Pflegefall werden, nicht keinen Job haben, Arbeit verlieren und glücklich darüber sind, dass wir ein System haben, jeder kriegt zumindest bisschen was und meine Miete wird bezahlt. Sondern ich muss nicht auf der Straße schlafen und kann auch mal zum Arzt gehen, weil meine Krankenversicherung weiter bezahlt wird. Da bin ich eigentlich schon ganz happy darüber. Fühlt sich für mich besser an, zu sagen, es gibt einfach nichts. Jeder ist sich selber überlassen. Die Mischung würde es machen, aber wie? Also ich tatsächlich, Erol auch wenn ich natürlich zu viel meine Meinung habe, ich glaube, der Job eines Politikers ist im Moment nicht einfach.
01:04:17 – Erol Jasharoski
Auf gar keinen Fall. Es ist immer einfach darüber zu schimpfen und hin und her, aber in den Schuhen will ich auch nicht stecken. Also auf gar keinen Fall.
01:04:23 – Özgün Imren
Ja.
01:04:26 – Erol Jasharoski
Ganz nüchtern ausgesprochen. ist tatsächlich so. Es sind absolut schwierige Zeiten mit Problemen an allen Enden. Und ganz ehrlich, wir können uns da 10, 20 Jahre in die Vergangenheit zurückschauen, weil auch da wussten wir schon, diese Probleme teilweise nicht alle, aber ein großer Teil davon, vor allem das Thema Pflege und Gesundheit und hin und her. wusste schon, wie es den demografischen Wandel steht, hätte schon viel, viel früher damit anfangen können. In den guten Jahren. Aber haben wir nicht getan. Da sitzen wir alle gemeinsam im Boot. Deswegen, ich gebe dir 100 Prozentig recht. Vielleicht werden wir gesagt, wir wollen so bisschen ins Ausland auch noch mal gucken. Jetzt ist die Folge doch viel, viel länger geworden als ursprünglich mal gedacht. Ich finde, Dänemark und die skandinavischen Länder sind ein sehr interessanter Punkt. ist wirklich Pflege, wirklich sehr starken öffentlicher Dienst. Also auch da vielleicht noch mal zurück. Wenn wir uns anschauen, wie wird in Deutschland gepflegt, also sehr viel halt wirklich im Haushalt. Diese Pflegeheime oder auch staatliche Pflegeheime, gibt es gar, also gibt es wenig, nicht gar nicht so viele. Es gibt aber, entscheidend ist es in skandinavischen Ländern wirklich so, dass öffentlich finanzierte Sachleistungen und kommunale Dienste, eigentlich die Mehrheit der ganzen Pflegepunkte eigentlich machen, also ein sehr, sag ich mal, serviceorientiertes System, was da dahinter ist. Da ist wirklich der Großteil auch der häuslichen Pflege sind quasi professionelle Menschen, die halt da quasi häuslichen Pflege mithelfen. es ist ein bisschen Kontrast zu dem, was wir haben. Das ist eben nicht die Familie, sondern da ist es quasi der öffentliche Dienst, der da kommt.
01:06:07 – Özgün Imren
Mmh.
01:06:07 – Erol Jasharoski
Aber klar, der kostet natürlich auch Geld und wir nehmen immer gerne, finde ich, die skandinavischen Länder als Beispiel. Da muss ich aber auch einfach die Bevölkerungszahl da immer wieder auch zu Auge führen, wo Deutschland schon noch mal ein leichter Unterschied zu diesen Ländern ist.
01:06:27 – Özgün Imren
Ja, ich meine, wir leben in spannenden Zeiten. Wir leben nicht nur in spannenden Zeiten, was das Thema Pflege angeht, sondern wir leben auch spannenden technologischen Zeiten. Viele sprechen auch darüber, dass die Kosten in der Pflege auch dadurch gesenkt werden, dass irgendwann vielleicht auch Roboter zum Einsatz kommen, künstliche Intelligenz etc. Das Thema ist das eine, das Thema ist immer das gleiche. Einnahmen zu niedrige Ausgaben zu hoch. Vielleicht kann man die Ausgaben dadurch etwas senken oder zumindest die massive Steigerung unter diesem Riesen, diese Riesenwalze, die auf uns zukommt. auch mit den Babyboomer in der Pflegeversicherung dadurch etwas was Kosten angeht nach unten bekommt indem man einfach diese Themen mehr einsetzt. Ich weiß dass viele Menschen Angst auch vor dem Thema haben so, Humanoide Roboter, Roboter generell was und und Jobs etc. Aber gerade in dem Bereich glaube ich kann es vielleicht eine Chance sein. Wir haben ja zu wenige Pflegekräfte, Tendenz nicht steigend, sondern eher sinkend, weil auch da der demografische Wandel auch in der Arbeitswelt ja auch mitschwingt. Tendenz, sorry, wieder bei der Politik. Ich weiß nicht, ob viele aus dem Ausland dann noch Lust haben, nach Deutschland zu kommen, wenn eine rechtsgerichtete Regierung permanent darauf einprügelt, dass man keine Zuwanderung haben möchte, obwohl man sie dringend benötigen würde, auch für die Arbeitswelt, auch trotz künstlicher Intelligenz, vor allem in den Berufen. die pflegen, die reparieren und und und. Und vielleicht kann man da diese Lücke, die Kosten vielleicht durch diesen technologischen Fortschritt ein Stück weit auffangen. wäre mit Sicherheit auch ein Weg. Aber wie genau, ob es in die Richtung schon was gibt. Ich sehe ab und zu auf YouTube oder so Roboter, die durch die Gegend rennen und irgendwelche Kreise laufen und das mittlerweile schon viel besser können, als noch vor zwei Jahren. ist ja auch die Entwicklung, geht ja rasant voran. Vielleicht kann man sich da... Einer meinte... vor kurzem, mit dem ich mich zum Mittagessen getroffen habe, der glaubt fest daran, dass es in zehn Jahren absolut normal sein wird, jemand, dass man für günstiges Geld eine Haushaltshilfe zu Hause haben wird, in Form eines Roboters. Das wird nicht die Welt kosten und das wird unterstützen. Da bin ich gespannt. Aber tatsächlich stellen wir ja selber auch fest, dass dieses Thema künstliche Intelligenz etc. Robotik ja in einem Tempo vorangeht, wo manchmal mein Gehirn nicht mitkommt.
01:08:59 – Erol Jasharoski
Tatsächlich ein wahnsinnig spannendes Thema und ich glaube, ist so, wir kennen uns ja schon, du musst ja Tag ein Tag aus irgendwelche AI-Themen, eigentlich irgendwie von mir anhören. Da habe ich nicht nur zum Thema Pflege, sondern auch zu vielen vielen anderen Themen. wo wir Stand heute Probleme oder Nachholbedarf haben, sehe ich da das als große Lösung da drin. Ich will jetzt nicht sagen, KI wird alles lösen. Tatsächlich wird KI auch ganz, ganz viele Probleme bringen, die aber tatsächlich vielleicht auch so komisch, sich anhört, Ende des Tages zu Lösungen sein führen können. denke mal, vielleicht allen voran, das Thema, vielleicht das kurz anzusprechen, also dieses Thema... humanoider Roboter, jetzt zu Hause quasi alle pflegt und durch die Gegend trägt und Essen macht und sonstiges. Ja, also ich glaube, dass es irgendwann so was geben wird. Ich glaube, da sind wir aber schon noch mal ein Stückchen weit davon entfernt. Da gibt es zwar schon die ersten Roboter, die auch preislich genau in diese, also auch weniger kosten als ein Kleinwagen. Aber dass die tatsächlich so alles machen können, das wird noch länger brauchen. Dass man aber irgendwie humanoide Roboter hat, irgendwie bisschen aufräumen zu Hause, den Haushalt irgendwie so ein bisschen schmeißen, das, glaube ich, wird sogar sehr, sehr schnell gehen. Ich würde aber tatsächlich, bevor wir über Roboter sprechen, eigentlich über andere Themen sprechen, die uns sehr kurzfristig da, glaube ich, auch helfen können. Da müssen wir aber auch als Gesellschaft endlich mal anfangen, dem Thema A einen größeren Stellenwert zu bekommen, weil es ist Fakt dass wir halt in Deutschland oder halt auch vor allem in der EU, wenn es das Thema KI geht, maßlos hinterher hängen. Also wir sind so was von abhängig von den Amerikanern und wir sind so was von abhängig von den Chinesen. Wir sind schon in vielen anderen Aspekten. Aber ich glaube, die Bevölkerung oder allgemein die Mehrheit der Leute unterschätzt, was es bedeutet, der KI-Welt davon abhängig zu sein, weil eben auch vieles Daten sind. die durch die KI analysiert werden können. Also angefangen von KI Dokumentation. Ich meine, es würde wahnsinnig schlau sein, dass wir eigentlich alle, und da wird jetzt die Hälfte der Leute wieder aufspringen, mein Gott, Datenschutz und meine Gesundheitsdaten und was weiß ich was, aber es wäre wahnsinnig schlau, eigentlich von Tag eins mit der Geburt eigentlich alle Daten, Fakten zu Gesprächen, Vitaldaten, irgendwelche Arztbesuche, was weiß ich was, eigentlich alles in... gibt ja schon die digitale Patientenakte, aber da auch wirklich die KI drauf zu packen, so eine KI-Dokumentation eigentlich über die Laufbahn zu haben. Gleichzeitig immer wieder auch so eine Art Pflege-Cockpit, wo auch in der Pflegereform jetzt auch was drinsteht zu diesem Pflege-Cockpit, da vielleicht so Art Co-Piloten zu haben, der mich in meiner Lebensreise eigentlich immer begleitet, der mir ein ärztliches Blutbild genau erklärt, was steckt da nicht dahinter, auf was muss ich eigentlich achten. Da sind wir auch schon wieder bei Prävention. In frühen Jahren, Blut, wer zeigt keine Ahnung, zu wenig Eisen, nimm das, dann könnte sich oder veränderte deine Nahrungsaufnahme XY. All das könnte dazu führen, dass Gesundheit besser wird, dass Pflege auch besser wird, weil sie vielleicht gar nicht erst hochkommt, weil man eben das gesamte Leben. irgendwie damit sich beschäftigt hat. Also das alles könnte die KI eigentlich für uns tun. Wir müssen da aufgeschlossener sein. müssen, ich glaube, mit so einem AI Act, schön und gut, dass wir da irgendwie in Europa die Ersten sind, die denen ins Leben gerufen haben. Das macht uns das Leben aber nicht einfacher. So viele Voraussetzungen, auf das muss ich achten und jenes muss ich achten, anstatt da wissenschaftlich auch mal das Ding aufzumachen und zu sagen, hey, Wie können wir das eigentlich nutzen für viele Bereiche, die uns eigentlich nach vorne bringen werden? Auch das Thema Telepflege. Wir haben heute schon ein massives Problem, einen Arzttermin zu bekommen. Wir Pflegekräftemangel. Wir haben an allem eigentlich Mangel, dass wir da das Thema Telepflege oder Telearzt oder sonstiges quasi aus der Ferne vielleicht auch eben nicht mit einem Arzt, sondern im ersten Schritt im Vorwarte-Raum mit einer künstlichen Intelligenz, die schon erste Definition oder zumindest im ersten Schritt ein bisschen helfen kann, wo der Arzt dann im zweiten Schritt nochmal drüber schaut, wo die Sprachbarriere dann vielleicht auch gar nicht mehr so groß ist, wo wir auch Ärzte aus dem Ausland reinholen können. Die KI aber dabei hilft zu sagen, hey, alles davor habe ich in der Landessprache schon geklärt, jetzt schau doch du bitte als erfahrener Arzt darüber. Das sind alles Dinge, die man machen kann. Man muss sich halt nur damit beschäftigen und Tatsächlich habe ich so das Gefühl, dass KI, KI stand heute wirklich, also jeder hat KI, aber wir nutzen KI für absolute Schwachsinn-Sachen, irgendwelche ha ha lustigen Bilder oder für mal Meme oder für ein lustiges Video. Die wenigsten beschäftigen sich wirklich mit den Möglichkeiten, die dahinter sind. Und tatsächlich begrenzen wir uns auch durch verschiedene, seit es da ist, der Datenschutz oder sonstiges, behindern wir uns dabei, einfach da stark da einzusteigen, weil wenn wir schon nicht das Rennen künstliche Intelligenz als Technologie und auch damit verbunden natürlich das ganze Thema Energiekosten, weil wer Vorreiter sein möchte in der KI mit den neuesten Modellen und was weiß ich was, der muss auch massiv Energie haben, das Ganze mit Rechenzentren und Co. quasi ja unterstützen
01:14:31 – Özgün Imren
Haben wir aber nicht in Deutschland.
01:14:33 – Erol Jasharoski
Zu können, haben wir nicht. Also das werden wir auch nicht mehr einholen können. Dann sollten wir doch so schlau
01:14:36 – Özgün Imren
Thema ist gegessen.
01:14:38 – Erol Jasharoski
Sein, zu sagen, hey, Gerade in Deutschland oder vor allem natürlich auch in der EU müssten wir uns absolut auf die Anwendung der KI-Systeme eigentlich fokussieren, auch zu überlegen, wie schaffen wir es vielleicht aus dem, was die Amerikaner und Chinesen machen, Modelle zu generieren, die wir vielleicht mit weniger Energie quasi befeuern können. Aber ich glaube, die Anwendung von KI, da müssen wir spitzenreiter werden. Dann haben wir eine Chance, auch langfristig das auszugleichen, dass wir eine an der Technologie vielleicht haben oder an den Ressourcen der KI haben. Aber ich glaube, das ist der Punkt, wo ich sehr positiv in die Zukunft sehe, wenn wir die Prioritäten richtig setzen und wenn wir sofort damit starten und auch offen sind dafür, Daten über uns selber, über unsere Gesundheit und Ähnliches da rein, also wir bleiben jetzt beim Pflege- und Gesundheitsthema, da reinzupacken. Aber auch staatlich orientiert, von mir aus auch privatwirtschaftlich. Ich bin da jetzt nicht so jemand, das ist mir relativ egal. Hauptsache es ist zielführend, da an Systemen und Plattformen arbeitet, wo wir alle einen Mehrwert davon haben. Also da bin ich so überzeugt davon. Aber wir müssen da was tun und wir müssen heute noch.
01:15:56 – Özgün Imren
Das zeigt mir, Erol, dass du ein Urvertrauen in dir hast, dass diejenigen, dann diese Daten zur Verfügung stehen, es gut mit dir meinen. Und das ist genau das Thema, da würde ich behaupten, dass viele nicht mitgehen würden. Also wenn sie nicht müssen, diese Freiwillige zur Verfügung stellen, freiwillig von, ich überspitze jetzt, sämtlichen Mikrodaten meines Blutbildes in irgendwelchen digitalen Akten und so weiter, mag förderlich sein für die auswertung und vielleicht vom prognostizieren von irgendwelchen zukünftigen krankheiten vielleicht ja und dem jetzt schon da krieg ich vielleicht jetzt heute eine empfehlung sehr nimm jetzt schon mal kolester den pilen weil du könntest dir in 20 jahren dann herzinfarkt bekommen wegen den blutfetten Weiß ich nicht. Damit fühlen sich wahrscheinlich viele nicht so wohl. Ich persönlich, weiß es nicht. Also da unterscheiden wir uns, glaube ich. Ich würde da nicht pauschal Ja sagen zu dem Thema. Weil mir persönlich dieses Urvertrauen fehlt. Dass damit für mich nur Positives geschieht. Und deswegen glaube ich, dieses Thema, das von Haus aus Quasi dieses Übergeben im vollsten Vertrauen von Information und Daten und was weiß ich was, in eine höhere Intelligenz, die dann für mich einen positiven Output haben soll. Wahrscheinlich, wenn es nicht gezwungen wird, und das kann ja auch sein, ich glaube in China wird keiner gefragt, ob man das will oder nicht will, da wirst du einfach rein, mit allen Augen, Iris ist keine Ahnung was. Ich aber auch nicht zu 100 Prozent, also ich war da, wurde noch nicht in China gefragt, aber das ist schon ein sehr sensibles Thema. Auch wenn natürlich, wie du schon auch sagst, dass da viele Möglichkeiten dahinterstecken.
01:17:58 – Erol Jasharoski
Ich gebe dir absolut recht. Vielleicht muss ich das auch noch mal korrigieren. Ich habe da nicht die absoluten Glauben daran, dass das alles nur zum Guten verwendet wird. Ich weiß aber, dass man das auch so hinbekommen kann, dass man auch nur das Minimalste rausgeben muss und nicht eben jedes einzelne Detail und auch anonymisiert das Ganze funktionieren kann. Gleich am Ende des Tages, man kann auch locker Systeme bauen, das alles so gehandhabt wird, dass da alles im Guten auch verwendet wird. Das ist eine Design, eine Architekturgeschichte. Da wo ich mir die Frage stelle ist halt einfach was die Alternative. Wenn ich mir die Alternative anschaue...
01:18:38 – Özgün Imren
Wir reden über Thema Pflege. Pflege werden und pflegen im Alter. Wir reden von vielen Pflegebedürftigen, wenig Pflegenden, immer weniger werdenden externen, die pflegen können, weil sie zu teuer werden. Das Thema ist, so lange wie möglich gesund zu bleiben. Und vielleicht ist der Weg zum gesund bleiben nicht die KI, sondern weniger Stress. ein entschleunigteres Leben. Entschleunigt ist im Zeitalter der KI, wird immer schwieriger, ich mal, weil alles schneller wird. Vielleicht ist genau der Weg, nicht schneller werden, sondern langsamer werden, mehr auf sich, die inneren Emotionen, auf die inneren Werte, wollte ich schon fast sagen. Achten! Versuchen mehr gesundes zu essen. nicht in der Stadt zu leben, sondern mehr auf dem Land zu leben. Das Land stirbt aus, weil eine Urbanisierung stattfindet. findet sich in der Stadt wieder. Alles Stadt, Stadt, Stadt. Mehr Familie zu pflegen. Mehr Kontakt zur Familie zu halten. Mehr nach links und rechts in der Familie zu gucken. Das ist immer noch keine Garantie dafür, man 100 Jahre wird bei bester Gesundheit. Aber da gab es auf Netflix mal eine Doku, wo wären die meisten 100-Jährigen, gibt es ja was. Von Japan bis Sardinien. Und haben die Leute interviewt. Das sind alles Menschen, sehr nah an der Natur waren, die sehr nah an den Menschen waren, die viel Gesellschaft hatten, die sich viel bewegt haben, die möglichst unverarbeitetes Essen zu sich genommen haben. Und die sahen alle im hohen Alter relativ fit aus. Und die Aussage war ja, dass es von denen viele dort gibt, viel mehr als anderswo. Und... Vielleicht ist das auch ein Weg. Und da schaue ich mir auf jeden Fall genauer an. Vielleicht wir haben ganz am Anfang unserer Folge gesagt, wie das Familienmodell in der Vergangenheit war. Mehr Generationenhaus, alle unter einem Dach auf dem Land mit drei Hühnern und einer Ziege. Vielleicht ist das auch ein Modell für mich. Vielleicht gucke ich nicht nach der nächsten Eigentumswohnung, in die ich investieren kann. Sondern vielleicht sollte ich auch nach dem Häuschen in Mazedonien, in der Türkei, hinter dem Bayerischen Wald gucken. Meine Eltern, unsere Eltern zu mir nehmen. Die würden sich mit Sicherheit sehr freuen, wenn sie mehr Zeit auch mit meiner Tochter verbringen könnten. Und wir uns alle einfach auf dem Wege, mit den Möglichkeiten, die wir haben, auch mehr uns kümmern können. das kümmern können geht es ja nicht. Das ja nicht das Problem. Ich kümmere mich gerne meine Eltern. Die Frage ist nur... einen Preis zahle ich dafür, wenn ich acht Stunden am Tag meine Eltern pflegen würde. Preis ist, ich kann nicht arbeiten, ich kann nicht Geld verdienen, ich kann viele andere Sachen nicht tun. Aber wenn ich die trotzdem tun könnte, weil alles irgendwie doch geregelt ist, ich habe keinen Stress damit. Ich mache zwei Stunden, meine Frau macht zwei Stunden und dann dann arbeite ich aber auch noch. Dann haben wir auch unser Essen. Ich muss nicht tausende Euros für irgendwelche Sachen ausgeben, die ich jetzt schon ausgeben muss. Vielleicht ist das. das Modell vielleicht einen Schritt zurück und nicht einen Schritt nach vorne. Wer kann das schon zu 100 Prozent sagen? Ich glaube, das muss jeder für sich selber beantworten. Ich habe da noch keine Antwort für mich gefunden.
01:21:54 – Erol Jasharoski
Das eine schließt das andere nicht aus. kennst mich, Zuschauer und Zuhörer kennen mich vielleicht nicht so gut, aber genau das, was du jetzt beschrieben hast, das sehe ich als das eigentliche Zielbild. Für mich persönlich, genau das will ich eigentlich raus aus dem ganzen Trubel. Handbremse rein, gemütlicher, seinen eigenen Garten, vielleicht eine andere Stelle selber was pflanzen. So hat man auch genug Nahrung und muss auch nicht jeden Tag sich überlegen, wie verdiene ich Geld, damit ich mir Nahrung hole. Ich glaube, dass das alles in Zukunft auch möglich sein wird. Das muss am Ende des Tages aber jeder für sich selber quasi entscheiden. Das ist, ich, ganz wichtig. Wir werden trotzdem großen Teil der Bevölkerung haben, die eben nicht diesen Luxus haben werden, vielleicht das eigene Haus am Land oder am Stadtrand oder im Wald oder was weiß ich was zu holen. Vielleicht aber schon. Die Zukunft bleibt spannend. Was man aber auf jeden Fall sagen kann, ist das Thema Pflege. Das konnten wir jetzt heute in dieser Folge nicht zu Ende diskutieren. Das bleibt ein offenes Buch. Spätestens zum Anfang des neuen Jahres, wenn auch die Kommission aus ihrem Keller zurückkommt, werden wir erfahren, wie sie denn das wenn ich mal das Thema Pflege für die 2030er Jahre sieht. Da bin ich sehr gespannt, wie das sein wird. Spätestens da können wir definitiv auch nochmal eine Folge darüber machen. weiß, vielleicht kommt auch zwischenzeitlich irgendwas. Ich fand aber auf jeden Fall den Austausch heute schon mal sehr, spannend, auch mit den verschiedenen Einblicken. hoffe, dass Sie als Zuschauer und Zuhörer dann natürlich auch den einen oder anderen Punkt für sich mitnehmen konnten. Vielleicht sehen Sie auch das ganze Thema komplett anders als wir. Dafür gibt es Gott sei Dank eine Kommentarspalte, die können Sie nutzen, uns einfach Ihr Feedback dazu geben. Vielleicht haben wir aber auch über Themen gesprochen im Rahmen der Pflege, die sehr wichtig sind, aber wir haben komplett vergessen, darüber zu sprechen. Dann auch da die Kommentarspalte nutzen. Wir würden uns sehr freuen, zu erfahren, über was Sie sich Gedanken machen. Und wenn Sie auch noch spannende Themen für die zukünftigen Folgen haben, dann bitte auch in die Kommentarspalte. reinschreiben, wir würden uns wahnsinnig freuen, weil am Ende des Tages machen wir das Ganze natürlich nicht nur für uns selber, wobei natürlich für ein großes Stück schon, muss man natürlich auch ehrlich sagen. Wir wollen ja auch Fragen für uns selber klären im Gespräch. Aber wir sind natürlich auch wahnsinnig daran interessiert, was so die große Masse interessiert. Dann können wir das definitiv in die Planung für die nächsten Folgen machen. Özgün, vielleicht hast du zum Ende auch noch mal was zu sagen.
01:24:29 – Özgün Imren
Nö, kann ich da in den Worten nur anschließen. ist bisschen... Ja, eineinhalb Stunden haben wir jetzt hinter uns. Du hast ja schon gesagt, Thema die Pflegeprobleme haben wir nicht gelöst. Aber ich fand den Austausch trotzdem spannend. Ich hoffe, dass es auch für den einen oder anderen... Zuhörer und Zuschauer auch spannend war und nicht zu langatmig war. Wenn es zu langatmig war, wollen wir es natürlich gerne wissen. Wenn man es gut fand, natürlich unser neuer Kanal, die zweite Haltzeit, abonnieren nicht vergessen. Ich freue mich auf viele, viele, weitere auch langatmige Gespräche. Fühlt sich teilweise an wie eine private Therapiestunde hier mit dir.
01:25:16 – Erol Jasharoski
Vielleicht ist es das auch.
01:25:17 – Özgün Imren
Aber es tut gut, zu sprechen, seinen Gedanken freien Lauf lassen, zu dürfen und davon hoffentlich und gerne mehr in Zukunft.
01:25:32 – Erol Jasharoski
Dem jetzt nichts hinzuzufügen. meiner Stelle auch vielen herzlichen Dank und bis zum nächsten Mal.
